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Was ist die Friedensfahrt?

Von 1948 bis 1989 das wohl bedeutendste und schwerste Etappenrennen für Radamateure (laut Aussage vom ehemaligen Präsidenten des Internationalen Radsportverbandes UCI, dem Franzosen Achille Joinard), auch bezeichnet als „Tour de France des Ostens“. Heute wird sie zum größten Teil von Profimannschaften genutzt, bedingt durch die Aufwertung durch den Radsportweltverband UCI. Die Friedensfahrt findet ab 2006 im Rahmen der UCI Europe Tour statt und gehört zur Kategorie HC-2, der zweithöchsten.

Im Jahr 1947 kam den Journalisten Karel Tocl von der tschechischen Tageszeitung „Rude Pravo“ und Zygmunt Weiss von der polnischen „Trybuna Ludu“ die Idee ein Radrennen zu veranstalten. Im Mai 1948 wurde diese Idee in die Tat umgesetzt, aber weil beide Länder einen Sieger feiern wollten, gab es zwei Rennen: 1. bis 5. Mai von Warschau nach Prag und 1. bis 9. Mai von Prag nach Warschau. Bald war auch ein Name und ein offizielles Symbol gefunden, „Friedensfahrt“ und die weiße Taube von Picasso. Ab 1952 kam die ehemalige DDR als Austragungsland dazu. Hier war der Organisator die Tageszeitung „Neues Deutschland“.

Nach Zerschlagung des „Prager Frühlings“ im Jahre 1968, setzte die Tschechoslowakei 1969 als Mitorganisator aus. In diesem Jahr führte die „Friedensfahrt“ von Warschau direkt nach Berlin. Allerdings führte ein kurzer Etappenabschnitt über das Territorium der Tschechei, hier waren die Mechaniker stark gefordert, bei so viel verstreuten Nägeln und Reißzwecken auf der Straße. Ein durchaus wirkungsvoller Protest, bei den schalen Rennreifen. Leider hat es, wie immer, die falschen Leute getroffen.

In diesen Jahren war die „Friedensfahrt“ das Sportereignis im Osten schlechthin, Millionen Menschen säumten mit Begeisterung die Straßen. Aus eigener Erfahrung können wir sagen, das geschah freiwillig, auch wenn mancherorts gegenteiliges behauptet wird. Wer nicht an der Strecke sein konnte, verfolgte die Übertragungen im Fernsehen oder Radio. Gute Nachbarschaft war gefragt, denn Fernseher waren in den 60iger Jahren noch rar.

Die Friedensfahrt wurde von Beginn an bis 1989 weitgehend von den so genannten „Staatsamateuren“ der osteuropäischen Länder dominiert, da die teilnehmenden westeuropäischen Nationalmannschaften nur mit Nachwuchsfahrern, die keinen Profistatus hatten, starten konnten.

1990 stürzte die Fahrt, durch die politischen Umwälzungen im Osten, in eine tiefe existenzielle Krise. Die traditionellen Veranstalter fallen aus und es muss alles über Sponsoren finanziert werden. In Deutschland und Polen gelingt dies nicht im vollem Umfang. Der Amateurstatus verlor seine Bedeutung und wurde schließlich ganz aufgegeben.

Dass es 1993 und 1994 überhaupt noch eine Fahrt gibt, ist Pavel Dolezels Verdienst. Der ehemalige Teilnehmer aus Tschechien organisiert in diesen Jahren wenigstens eine Rundfahrt durch sein Heimatland und ist bis heute Tourdirektor. Verdienste um den Erhalt der Fahrt machten sich auch die großen „Friedensfahrer“ Ryszard Szurkowski (Polen) und Jan Vesely (Tschechien), sie rührten in ihren Heimatländern die Werbetrommel.

Namhafte Sponsoren werden gefunden und die Friedensfahrt wird zu einem Profirennen umgestaltet. 1995 gibt es wieder einen Etappenzielort in Deutschland (Oberwiesenthal). 1996 steigt Deutschland wieder als Veranstaltungsland ein, was dem persönlichen Einsatz vieler ehemaliger Friedensfahrtteilnehmer, u. a. „Täve“ Schur, Olaf Ludwig und Thomas Barth, zu verdanken ist. Sie führt nun wieder durch die klassischen Teilnehmerländer (Polen, Tschechien bzw. Slowakei und Deutschland), berührt die Hauptstädte jedoch nur noch selten.

Die „50. Friedensfahrt“ 1997 wird zur attraktivsten seit 1990. Bei den Medien erreicht sie den Stellenwert, den sie verdient. Die Fahrt reiht sich in die Liste der großen Radrundfahrten ein.

Durch Streitigkeiten, zwischen der tschechischen Tour-Direktion und deutschen Mitorganisatoren, fällt die „Friedensfahrt“ im Jahr 2005, erstmals seit 1948 aus. Der langjährige Friedensfahrt-Tourdirektor Pavel Dolezel tritt zurück, er wird ab 2006 durch den Schweizer Herbert Notter ersetzt. Aber auch er kann nicht verhindern das es nach 2006 keine Friedensfahrt mehr gibt.

Das endgültige AUS für die traditionsreiche Friedensfahrt!!!!



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